Erziehung

Eltern lesen zu wenig vor

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Berlin. Viele Eltern in Deutschland lesen ihren Kindern zu selten aus Büchern vor. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Stiftung Lesen, der Deutschen Bahn und der "Zeit". 42 Prozent der Eltern von Kindern im besten Vorlesealter unter zehn Jahren lesen unregelmäßig oder gar nicht vor.
Noch schlechter ist das Ergebnis in türkischen Familien. "Hier lesen 80 Prozent der Eltern nicht regelmäßig vor", sagte der "Zeit"-Geschäftsführer Rainer Esser bei der Vorstellung der Studie anlässlich des bundesweiten Vorlesetages am Freitag. (dpa)
aus: HarzKurier vom 20.11.2007 Bild:http://www.fotocommunity.de, Fräulein Z.

Fernsehen macht dick, dumm und traurig

Prof. Dr. Christian Pfeiffer referiert über Medienverwahrlosung
Prof. Pfeiffer stellte die Ergebnisse seiner Studie "Jugendliche zwischen Medienverwahrlosung und Machokultur vor. Anhand zahlreicher Diagramme machte er deutlich, dass männliche Jugendliche im Vergleich zu Mädchen mehr Zeit mit Fernsehen und Computer verbringen, gewaltbereiter sind und in der Schule schlechter abschneiden. Pfeiffer stellte hier einen Zusammenhang her. So haben etwa die Hälfte der Jungen in den Klassen sieben bis zehn einen eigenen Fernseher und eine Playstation im Kinderzimmer, bei den Mädchen sind es nur rund ein Drittel.
Dazu stellte Pfeiffer fest: "Wer ein eigenes Gerät hat, der guckt eine Stunde länger pro Tag."
Unterschiede bestehen auch in der Programmauswahl. Die Inhalte (Sex, Gewalt, Horror) seien oft so belastend, dass etwa in der Schule Gelerntes nicht im Gedächtnis haften bleibt.
Der ehemalige Justizminister Niedersachsens richtete drastische, aber deutliche Worte an das Publikum: "Wenn Sie Ihrem Kind Fernseher und Computer ins Zimmer stellen, nehmen Sie ihm effektiv zwei Stunden Zeit." Und: "Mit eigenem TV im Kinderzimmer unterlaufen Sie den Jugendschutz für Ihre Kinder und deren Freunde. Sie müssen wissen, was angesagt ist: Sex, Gewalt oder Horror."
Die Ursache der negativen Entwicklungen, die sich auch schon in zwei PISA-Studien niedergeschlagen haben, sieht Pfeiffer im deutschen Schulsystem. Hier seien die Kinder ab dem frühen Nachmittag auf sich gestellt und blieben vor dem Fernseher hängen. In anderen Ländern hingegen seien die Kinder auch nachmittags in der Schule in diverse Aktivitäten eingespannt. Das schaffe Leistungswillen und positive Erlebnisse.
gekürzt aus HarzKurier 04/2005